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Meine Zeit bei der Bundeswehr

Lammersdorf: 1979 bis 1984

Die NATO Richtfunkstelle Lammersdorf - kurz ALAZ - war Teil des NATO eigenen Kommunikationssystems vom Hohen Norden in Norwegen bis in die östliche Türkei, Mit einem verschwenderich hohen Energieaufwand wurde hier die Möglichkeit geschaffen über militärische Richtfunkleitungen zu telefonieren oder Fernschreiben zu versenden. Heute, in Zeiten eines globalen Internets, unvorstellbar. Aber damals die einzige Möglichkeit zwischen einzelnen NATO Basen Informationen auszutauschen. Gerrit Padberg hat eine tolle Seite zu diesem System erstellt Link Das Netz wurde Mitte der 1950er Jahre aufgebaut und existierte bis ca. 1988 Die Station ALAZ (Allemagne Lammersdorf Z=ACE High) war mit 7 Richtfunkstrecken, nach dem Ausscheiden Frankreichs,  ein Knotenpunkt im System. 

Die Station war 24 Stunden 7 Tage die Woche im Schichtdienst besetzt. Eine Schichtbestand aus drei Soldaten (1 älterer Techniker, 1 junger Techniker frisch aus der Ausbildung und der 3. Mann ein junger Kerl in der Ausbildung). Daneben gab es dann auch noch die obligatorische Leitung und Verwaltung, die aber nur im Tagesdienst vor Ort waren.

Hierhin hat es mich dann im Januar 1978 verschlagen, aber durch diverse Ausbildungen bin ich eigentlich erst 1979 so richtig dabei gewesen. Nach einem Monat der Einweisung wurde ich recht bald als dritter Mann im Schichtdienst eingesetzt. Tagsüber ok, da gab es reichlich zu lernen, aber nachts war der 3. dann eher der Aufpasser für die Technik, während sich die beiden Herren Techniker vom ordnungsgemäßen Zustand der Getränke in der Kellerbar überzeugten. Irgendwann in diesem Jahr habe ich dann meine Guzzi gegen einen VW Golf GTi getauscht. Im November 1979 war es dann soweit, ich durfte auf meinen Techniker Lehrgang - 6 Monate an der NATO Fernmeldeschule in Borgo Piave / Italien. Mit vollgepacktem Golf ging es dann auf die Abenteuerfahrt in Richtung Süden. Die Schule liegt bei der Provinzhauptstadt Latina, ca. 70 Km südlich von Roma.

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Unser Lehrgang mit zwei Ausbildern - meine Frisur ==> Luftwaffentypisch

vlnr:Martin - Beppo - Clemens - Deichkralle - ich - Marcello Barbato - Kiste - Eskrem Ustinol - Rudi

Insgesamt dauerte dieser Lehrgang 6 Monate, vom 01. November 1979 bis 30. April 1980. Da die Schule nicht über angemessene Unterkünfte verfügte, durften wir uns am Latina Beach in Ferienwohnungen einmieten. Die wurden über die Schule direkt beim Vermieter abgerechnet. So war das Leben doch erträglich. Über den Jahreswechsel flogen wir nach Hause; und hier machten wir die ersten Erfahrungen bezüglich der italienischen Streikmodalitäten Nach einer längeren Wartezeit durften wir endlich in den Flieger - und nach weiteren 3 Stunden warten wieder aussteigen. Zurück ging es dann wieder durch Zoll- und Passkontrolle, was bei einigen Fluggästen zu Problemen führte. Die hatten nämlich ein Einreiseverbot für Italien und mussten nun am Flughafen übernachten. Den Rest von uns kutschierte man in eines der größeren Häuser an der Via Aurelia - war sehr angenehm. Am nächsten Tag Abholung, stundenlanges Warten und schließlich am späten Nachmittag Abflug. Man sagte mir hinterher, dass mein Kuss der Landebahn nach dem Ausstieg in Köln zu einigem Erstaunen geführt hätte. Konnte ich nicht verstehen - der Papst macht das doch auch immer.

Zu Rückflug haben wir uns mit Proviant der Firma Reissdorf eingedeckt - sah schon seltsam aus, als das Handgepäck durch den Scanner lief. Der Rest des Lehrgangs verlief normal. Wir haben uns viel von der Gegend angesehen, mehrfach Roma besucht, Ausflüge nach Napoli und Umgebung gemacht, mit einem mehrtägigen Trip nach Capri.Bei der Rückfahrt nach Deutschland ergab sich plötzlich ein Platzproblem im Golf. Die diversen steuerfreien Einkäufe, Bausteine der Musikanlagen für meinen Mitfahrer und mich nahmen doch mehr Platz ein als gedacht. Und das vollgepackte Auto musste durch den Zoll. Aber hier half der NATO Marschbefehl - wir waren im Auftrag der Bundeswehr unterwegs. Glücklicherweise hat uns der Zöllner das geglaubt. Kurz hinter der Grenze der nächste Schock - Benzin kostete über DM 1,- ./ Liter ...... Im Laufe des Jahres erfolgte dann der Umzug nach Stolberg bei Aachen, ein Jahr später weiter nach Eschweiler.

Zurück in Lammersdorf stieg ich jetzt in der Hierarchie und durfte mich "Techniker" nennen. Es war eine geile Zeit, wir haben nichts ausgelassen und waren wohl ein "pain in the ass" für unsere Vorgesetzten. Einige Erinnerungen habe ich auf der Ehemaligen Seite ALAZ geteilt. Anfang 1983 bin ich in den Tagesdienst gewechselt und war fortan so eine Art Organisator und Handyman In dieser Zeit reifte dann die Überlegung, für die letzten 3 Jahre meiner Dienstzeit als Ausbilder nach Latina zu gehen. Dass aus dieser Idee weit über 10 Jahre werden würden war damals nicht abzusehen. Es widersprach allen Spielregeln der Bundeswehr (3 Jahre - nicht mehr). Und so heirateten meine Partnerin und ich, weil ansonsten ihr Umzug nicht bezahlt worden wäre. Und ich auch nicht in Roma hätte wohnen dürfen. Vor dem Umzug durfte ich noch für knappe 10 Wochen nach Hürth zum Bundessprachenamt um die Grundlagen der italiuenischen Sprache zu lernen. Dazu gab es auch noch eine gebrauchte Yamaha XT 500.

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