Schulzeit zweiter Teil
Nach der Fertigstellung der Gebäude am Volkhofener Weg wurde unsere Klasse dann dorthin verlegt. Zu Ehren der getöteten Ursula Kuhr trägt die Schule ihren Namen. Hier verbrachte ich das 4. Schuljahr; davon ist mir allerdings nicht mehr viel im Gedächtnis geblieben. Ich erinnere mich noch an zwei Mitschüler, Michael Tondorf und Theo Kern. Theo konnte mit den Ohren wackeln - eine Sensation. Und mein damaliger Klassenlehrer, Herr Nabefeld, ist mir noch in positiver Erinnerung.
In der 4. Klasse habe ich zum ersten mal erlebt, was es bedeutet, "Bella Figura" zu machen. Frau Schulrätin hatte sich zum Besuch angesagt und wollte eine Stunde in unserer Klasse am Unterricht teilnehmen. Das wurde dann alles sehr sorgfältig geplant und geübt. Heimatkunde stand auf dem Plan. Und fast die ganze Stunde wurde vorher mehrmals geübt. Jede(r) wusste wann er/sie was sagen sollte. Alle Fragen waren tagelang vorher gestellt worden und die zu sagenden Antworten vorgegeben. Frau Schulrätin war sehr zufrieden und verließ den Unterricht noch vor Ende der Stunde.
Zu dieser Zeit wurde wohl auch meine Leidenschaft für den Fußball geboren. Irgendwann gab es einmal Freikarten in der Schule für ein Spiel zweier Kölner Manschaften in der Radrennbahn in Müngersdorf. Mein Vater ist mit mir dahin gefahren - und seitdem sitzt der Bazillus tief in mir drin. In jeder freien Minute wurde dann Fußball gespielt - freie Flächen gab es in Heimersdorf ja genug. Ein großes Problem waren die Wiesen zwischen den Wohnblocks. Ideal zum Fußball spielen, aber wir wurden von den Anwohnern gehasst. Die dort verbauten Fensterscheiben waren auch nicht so stabil wie wir dachten, da gab es schon mal 'n Satz heisse Ohren daheim, wenn mal wieder so eine Scheibe zu Bruch ging. Und irgendwann bin ich dann dem Verein SC Weiler-Volkhoven beigetreten. Dort gab es regelmäßiges Training und wöchentliche Spiele auf dem alten Platz in Weiler an der Kirche. Aber das erforderte auch wieder Disziplin. Heute befindet sich dort das Bundesamt für Verfassungsschutz.
Am 30.März 1966 endete das Kapitel Volksschule und Klein Hans-Jürgen wechselte auf das Gymnasium Chorweiler in Köln Weiler im Fühlinger Weg (Gertrud Bollenrath Schule). 1966/67 war die Zeit in der das Schuljahr auf den Jahreswechsel zu den Sommerferien umgestellt wurde. Leider hat man nicht ein Schuljahr um drei Monate verlängert, sondern zwei Schuljahre innerhalb von 16 Monaten durchgezogen. Das passte aber nun mal gar nicht zu meinem Lerntempo, so dass ich die 5. Klasse auf eigenen Wunsch wiederholt habe. An das erste Jahr habe ich auch kaum Erinnerungen, nur dass wir eine gute Fußballmanschaft hatten.
In der neuen Klasse traf ich dann mit den Jungs zusammen, mit denen ich zwar reichlich Spaß hatte, was Disziplin und Konzentration auf die Schule anging jedoch, war das der Anfang vom Ende. Aber Spaß haben wir reichlich gehabt.
